Parodontose ohne Antibiotika behandeln – aktueller denn je

Quelle: Initiative proDenteAuf Wunsch der deutschen Gesellschaft für Umwelt-ZahnMedizin habe ich auf deren Jahrestagung am 16. und 17.Mai 2014 über das Thema „Lasereinsatz in  der Parodontologie – Minimalinvasive, antibiotikafreie Alternative in der Behandlung lokaler Parodontopathien“ referiert. Dies ist der entzündliche Abbau des Zahnfleisches und des Knochens (Parodontose). Mit dieser Veröffentlichung gebe ich einige Details stark verkürzt wieder.  Wenige Tage zuvor wurde in Genf aktuell der ‘Global Report on Antibiotic Resistance‘ veröffentlicht.

Resistenzen gegen Antibiotika werden bedrohlich. Die Weltgesundheitsorganisation warnt: Schon kleine Verletzungen und bislang gut behandelbare Infektionen können tödlich werden. Grund: Die weltweit zunehmenden Antibiotika-Resistenzen, so die WHO in ihrem Report. 

Bislang für den bedrohlichen  Notfall wirksame Antibiotika, verlieren ihre positive, lebensrettende Wirkung.  Die Resistenzen bilden sich durch mehrmalige, meist unnötige Gaben des Antibiotikums.  Aber auch mit jeder Antibiotikagabe steigt das Risiko, dass der Körper eine bedrohliche, allergische Körperreaktion gegen den jeweiligen Wirkstoff entwickelt.

Der PerioChip

Eine für mich untergeordnete, antibakterielle Alternative ist chemotherapeutisch mit dem Antiseptikum Chlorhexidin. Dieser Wirkstoff ist an Gelatine  gebunden und wird als sog. PerioChip in die Zahnfleischtasche eingebracht.

Der Dentallaser

Wir bevorzugen in der Zahnarztpraxis jedoch eine  sanfte und schmerzfreie Low Level Lasertherapie zur Sterilisation der Zahnfleischtaschen. Diese Therapie ist das sog. Emundo Konzept. Dieses unterscheidet sich von anderen antibakteriellen Lasertherapien der Antibiotikagabe  dadurch, dass sie auch sog. Problemkeime erfasst und nur an den Bakterien selbst wirkt. Als erwünschte Nebenwirkung kommt es an den Zellen des Zahnhalteapparates  (Knochen und Zahnfleisch) zu einer sog. Biomodulation. Die Zellen bekommen mehr zelleigene Energie in Form des sog. ATP´s. Dies fördert die Regeneration des Knochen und des Zahnfleisches messbar.

Parodontose (Parodontitis) – Handlungsbedarf bei ersten Symptomen

Die Notwendigkeit, einer Parodontose mit einer entschlossenen Behandlung zu begegnen, ist schon bei den ersten Auswirkungen der Zahnfleischerkrankung angezeigt. Rötungen, Schwellungen, Zahnfleischbluten, der kontinuierliche Rückgang des Zahnfleisches und die charakteristische Taschenbildung weisen darauf hin, dass akuter Handlungsbedarf besteht. Bleibt die Behandlung der Parodontose aus, ist der Verlust ansonsten gesunder Zähne die unausweichliche, langfristige Folge. Der Patient erkennt die  Erkrankung i.d.R. erst in einem Stadium mit fortgeschrittener Zerstörung. Deshalb muss dieser Erkrankung alle 6 Monate bei einer Untersuchung gesteigerte, kontrollierende  Aufmerksam geschenkt.

Rasches, zielgerichtetes und professionelles Handeln erhöht den Heilungserfolg bei Parodontose deutlich. Jedoch bedarf es der motivierten und aktiven Mitarbeit des Patienten. Hierzu ist jedoch eine weitgehende Aufklärung in unserer Praxis über den individuellen Mundzustand und die Therapiemöglichkeiten notwendig. Auch über die fatalen Folgen einer Therapieunterlassung muss der Patient konsequent  informiert werden.

Vereinbaren Sie daher am besten noch heute einen Termin in Ihrer Zahnarztpraxis, um Parodontose keine Chance zu geben!