Knochenaufbau: Vorteile und Risiken

Knochenaufbau: Vorteile und RisikenNicht immer reicht der natürliche Knochen aus, um Zahnimplantate sicher und fest im Kiefer zu verankern. Dann wird Knochenaufbau nötig. Hier unterscheiden wir zwischen biologisch gewonnenen Materialien und synthetischen Materialien. Welche Vorteile ergeben sich bei der Verwendung von körpereigenem Knochen als Volumenersatz? Gibt es Risiken, wenn Knochenmaterial von anderen Menschen oder anderen Spezies (Rind/Schwein) zum Knochenaufbau verwendet wird? Und wie verhält es sich mit industriell hergestellten Knochenersatzmaterialien (alloplastischen Materialien)? Ihr Zahnarzt in Kempten, Dr. Hans-Jürgen Raschke, klärt auf.

Knochenersatzmaterialien: Synthetische und biologisch gewonnene Materialien

Die Gewinnung von körpereigenem Knochen als Volumenersatz ist in der Implantation unbestritten das bestverträgliche Material. Um das dadurch möglicherweise verbundene, zweite Operationsgebiet und dessen Begleiterscheinungen zu vermeiden, wird sehr oft ausschließlich industriell hergestelltes Ersatzmaterial verwendet. Jedoch wird auch körpereigenem Knochen Knochenersatzmaterial beigemengt.

Synthetische Materialien (alloplastische Materialien)

Keramiken, Metalle oder Polymere können als Volumenersatz bei Knochenmangel verwendet werden. Mögliche Wirkungen, die bei der Verwendung industriell hergestellter Knochenersatzmaterialien auftreten können:

  • Toxizität – die Giftigkeit
  • Teratogenität – Fehlbildung beim Embryo
  • Kanzerogenität bzw. Karzinogenität – Krebserzeugung
  • Sensibilisierung – die Allergie

Die Industrie ist ohne Zweifel stark bemüht, die genannten vier Risiken durch Testreihen und Forschung auszuschließen. Eine pauschale Entwarnung kann niemand verbindlich geben.

Biologisch gewonnene Materialien

Biologische Ersatzmaterialien werden in drei Kategorien eingeteilt:

  • autogen (vom eigenen Körper Knochen/Zahnmaterial)
  • allogen (von anderen Menschen)
  • xenogen (von anderen Spezies Rind/ Schwein)

Biologische Ersatzmaterialen von Mensch und Tier tragen das als gering eingestufte Risiko der Krankheitsübertragung. Die Gefahr der Antigenität und der daraus resultierenden Sensibilisierung (Allergiebildung) schätzen wir als gravierender ein.

Knochenersatzmaterialien im Vergleich

In diesem Fachbeitrag behandeln wir das Risiko von biologischen Materialen, die von einem anderen Menschen, Schwein oder Rind gewonnen werden, auf Sensibilisierung, der sog. Allergiesierung und der möglichen Abstoßung. So gibt es seriöse Statistiken von immunologisch tätigen Laboratorien, die in einem nicht unerheblichen Masse zweifelsfrei darlegen, dass Sensibilisierungen vor allem auf Knochenersatzmaterial vom menschlichen Fremdspender oder vom Tier existieren. Die Testungen beruhen jeweils auf wissenschaftlich anerkannten Testungen über das Blut. Die Ergebnissen sind reproduzierbar; dies bedeutet bei Wiederholung der Testung gibt es stets immer das gleiche Ergebnisse und keine Abweichung. Entgegen dem weniger reproduzierbaren Test über die Haut besteht keine Gefahr der Belastung durch die Testung selbst.

Symptome einer Sensibilisierung

Die Symptome treten selten als lokale Entzündungsreaktion am Implantat oder am Knochenersatzmaterial auf, sondern als systemische Entzündung mit Fernwirkung am Körper. Man spricht hier von der ‚Silent Inflammation‘. Es handelt sich eindeutig nicht um eine bakterielle Entzündung. In der zahnärztlichen Implantologie benötigt man in manchen Fällen zusätzlich sogenannte Kollagen-Membrane. In der Regel sind die Kollagen-Membrane tierischen Ursprungs. Genauso wie beim Knochenersatzmaterial kommt es hier zu Sensibilisierungen mit den entsprechenden lokalen oder ferner gelegenen Symptomen.

Unbedenklicher Ersatzstoff und Alternativen

Als erfolgreiche Alternative setzen wir auf Gewinnung eines sehr wertvollen, körpereigenen und von der Verträglichkeit unbedenklichen Ersatzstoffes, nämlich die spezielle Aufbereitung eines bereits gezogenen eigenen Zahnes, z. B. Milchzahn, Weisheitszahn oder nicht erhaltbaren Zahnes zu Knochenersatzmaterial. Das eigene Zahngranulat wird langsam zu echtem eigenen Knochen umgebaut. Um Knochenaufbauten gänzlich zu vermeiden setzen wir auf eine modifizierte minimalinvasive Methoden.

Möchten Sie mehr zum Thema Knochenaufbau und Knochenersatzmaterialien erfahren? Ihr Zahnarzt in Kempten, Dr. Hans-Jürgen Raschke, ist gerne für Sie da!